„Hizmet – Fragen und Antworten zur Gülen-Bewegung“

23.05.2014 (Köln, Nippes) Dr. Muhammed Çetin stellte vor ca. 45 Personen – Interessierten, Mitgliedern und Freunden des Vereins Interkultureller Dialog e.V. – am Abend sein Buch „Hizmet – Fragen und Antworten zur Gülen-Bewegung“ vor.

Dr. Çetin sprach frei und schuf schnell eine Atmosphäre der Neugier unter den Anwesenden. Dr. Çetins Vortrag thematisierte zum einen den gesellschaftlichen Nutzen einer akademischen Auseinandersetzung mit der Hizmet-Bewegung, zum anderen die Entwicklung und Verbreitung der Dienst-Ethik Hizmets in der sozialen, religiösen und politischen Geschichte der Türkei seit den 1960er Jahren bis heute, und erklärte zum Schluss die Rolle Gülens als die einer Inspirationsquelle für die Hizmet-Bewegung.

Dr. Çetin beschrieb Hizmet als eine glaubensinspirierte, zivilgesellschaftliche Bewegung (en. faith-inspired social movement) von Freiwilligen. Die Menschen, die sich in ihr organisieren bzw. die sich zu ihr zählen, finden Erfüllung im uneigennützigen, freiwilligen Dienst am Nächsten.

Vier ethische Prinzipien – glaubensbasiert an der Basis, philantropisch in Erscheinung und Wirkung, freiwillig im Engagement, und uneigennützig in der Erwartung – zeichneten u.a. das Selbstverständnis der Menschen in der Bewegung, sowie die Handlungen der Bewegung insgesamt wesentlich aus.

Hizmets Philantropie äußert sich in einer starken Bildungsorientierung. Die Bewegung setzt sich primär für einen gleiche Verteilung von Bildungschancen ein. Dies geschieht nicht passiv, sondern aktiv, insbesonders durch die Gründung von Nachhilfeinstituten, Schulen und Kindergärten.

Die Bildungseinrichtungen der Bewegung sind mittlerweile weltweit vertreten. Hizmet zeige, das eine glaubensinspirierte, zivilgesellschaftliche Bewegung – in diesem Fall inspiriert durch den Islam – eine riesige Zahl von Einzelpersonen dazu bewegen kann, eine sekulare, pluralistische, demokratische Gesellschaftsordnung und Politik wertzuschätzen und zu stärken.

Um Hizmet und seinen Erfolg zu begreifen, müssten sich akademische Studien den Beziehungen des Vertrauens (en. relationships of trust) bzw. dem „sozialen Kapital“ widmen. Diese Bezienungen müssen, so Dr. Çetin, als Faktoren der individuellen Selbstermächtigung (en. empowerment) erkannt, und gleichwertig neben sozialen, wirtschaftlichen und politischen Lebensbedingungen akzeptiert werden.

Gülen ermutige, so Dr. Çetin, Menschen zum Dienst an anderen, in dem er sie motiviert, interkulturelle und interreligiöse Aktivitäten in formalen und institutionalisierten Bemühungen und Projekten zu realisieren, um durch diesen Dienst bzw. diese Dienste (tr. Hizmet) die Abstände zwischen den Menschen und Nationen zu verringern. Hizmet baue auf diese Weise Brücken für das Allgemeinwohl und den Frieden in der Zivilgesellschaft, so der Referent.

Der Abend schloß mit vielen Interessanten Gesprächen beim Tee, und Dr. Çetin machte einigen Vereinsmitgliedern die Freude, ihre Bücher zu signieren. Dr. Çetins Buch „Hizmet – Fragen und Antworten zur Gülen-Bewegung“ ist die deutsche Übersetzung des englischen Originals „Hizmet – Questions and Answers on the Gülen Movement“. Das Buch können Sie in der deutschsprachigen Übersetzung bequem über den Main-Donau Verlag beziehen.

[title size=“2″]Anmerkung[/title]
Der Titel des Buches ist „Hizmet – Fragen und Antworten zur Gülen-Bewegung“. Wie innerhalb des Buches ebenfalls zum Ausdruck kommt, und wie bereits an vielen Stellen betont wurde, ist „Gülen-Bewegung“ keine angemessene Bezeichnung der Bewegung, da die Person Fethullah Gülen (!) nicht im Zentrum der Bewegung steht.

Fethullah Gülen hat den Begriff Hizmet ausdifferenziert und damit der Bewegung ihre wesentliche Identität gegeben. Er ist darum eine der gegenwärtig wichtigsten Inspirationsquellen derjenigen Menschen, die sich aus islamisch-religiöser Motivation heraus der Bewegung anschließen – aber er ist dennoch nicht (!) ihr Zentrum.

Im Zentrum der Bewegung steht vielmehr der Hizmet-Gedanke und die sich vor seinem Hintergrund abzeichnenden universalen Werte. Darum ist „Hizmet-Bewegung“ der angemessene Begriff.

Der Verein Interkultureller Dialog e.V. (ikult e.V.) ist Teil des Hizmet-Netzwerks und ein Großteil der Mitglieder selbst ein aktiver Teil der Hizmet-Bewegung.

Buchvorstellung & Diskussion: „Hizmet – Fragen und Antworten zur Gülen-Bewegung“

Was ist Hizmet? Woher kommt die soziale Bewegung diesen Namens? Was sind ihre Werte und welche Rolle spielt Fethullah Gülen? Der unabhängige Parlamentarier und Sozialwissenschaftler Dr. Muhammed Çetin geht in seinem Buch „Hizmet – Fragen und Antworten zur Gülen-Bewegung“ auf diese und andere Fragen ein und beantwortetet sie in übersichtlicher und kompakter Form. Das Buch ist im Main-Donau Verlag erschienen.

Am Freitag, den 23.05.2014 ist der Autor in den Vereinsräumen des Interkultureller Dialog e.V. in der Niehler Straße 308, von 19 bis 21 Uhr zu Gast, stellt sein Buch vor und beantwortet anschließend in einer moderierten Diskussion Fragen.

Die Buchvorstellung und Diskussion findet in englischer Sprache statt. Weitere Informationen finden Sie in unserer Terminankündigung. Anmeldeschluss ist der 21.05.2014.

Hizmet ist eine relativ junge, soziale Bewegung, die, trotz einiger Medienwirksamer Veranstaltungen – wie beispielsweise die Verleihung des Deutschen Dialogpreises 2013, organisiert durch den Bund Deutsche Dialoginstitutionen (BDDI) – in Deutschland noch nicht fest im öffentlichen Bewusstsein verankert ist.

In Berlin wurde jüngst die Stiftung Dialog und Bildung gegründet, welche ein Ansprechpartner für diese denzentrale Bewegung sein möchte.

In Deutschland zählen viele gemeinnützige Vereine zu dieser Dialogbewegung, die durch Bildungsarbeit und Kulturarbeit Brücken zwischen Menschen unterschiedlicher Lebenwelten und Lebensentwürfe aufbaut.

Auch der Verein Interkulturelle Dialog e.V., zählt sich zur der Hizmet-Bewegung

Wir sind stolz, mit Dr. Muhammed Çetin jemanden gefunden zu haben, der sich auf inernationalem Level fachkundig mit Hizmet auseinander setzt und der in der Lage ist, seine Erkenntnisse einem interessierten Publikum anschaulich zu vermitteln.
Download des Ankündigungsflyers

Logo der Stiftung Dialog und Bildung

Eröffnung der Stiftung Dialog und Bildung am 06.05.2014

Die Stiftung Dialog und Bildung wird am 06.05.2014 mit Reden von Prof. Dr. Dr. h.c. Gesine Schwan (Präsidentin der Humbold-Viadrina School of Governance), von Abdullah Aymaz (Schriftsteller und Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Dialog und Bildung) und von Ercan Karakoyun (Vorsitzender der Stiftung Dialog und Bildung) eröffnet. Durch den Abend wird Dr. Patrick Diemling führen.

Die Stiftung Dialog und Bildung möchte

… die Arbeit und den gesellschaftlichen Beitrag von Hizmet in Deutschland bekannt machen und die Beweggründe aufzeigen, die hinter dem vielfältigen Einsatz der zahlreichen Menschen im Hizmet-Netzwerk stehen.

Der Verein „Interkultureller Dialog e.V.“ (ikult e.V.) ist ebenfalls Teil der Hizmet-Bewegung und des Hizmet-Netzwerks in Deutschland und Gründungsmitglied der Stiftung Dialog und Bildung. An die Eröffnungsfeierlichkeiten wird sich eine Diskussionsrunde zum Thema „Zur Rolle von Hizmet in der deutschen Gesellschaft“ mit Vertretern aus Politik, Kultur und Medien anschließen. Wir freuen uns ganz besonders auf dieses außergewöhnliche Ereignis.

Das Ensemble Prustaar besucht den ikult e.V. am 06.12.2013

Das Ensemble Prustaar spielt indische Klassikmusik

(Köln, 06.12.2013) Diesen Freitag verwöhnte das Ensemble Prustaar aus Nepal die musik- und kulturinteressierten Mitglieder des „Interkultureller Dialog e.V.“ (ikult e.V.) mit Klängen aus der indischen Klassik.

Das Ensemble Prustaar wird vom mehrfach ausgezeichneten Pandit Hom Nath Upadhyaya geleitet, einem Schüler des berühmten Pandit Choute lal Mixhra. Pandit Hom Nath Upadhyaya ist u.a. Professor für Perkussion an der Tribhuwan Universität in Kathmandu und der University of California in Santa Barbara/USA.

Klassische Raga-Musik, klassischer Kathak-Tanz, sowie Drupad-, und Dhamar-Gesang sind ebenso Teil des Repertoires dieser Musikexperten und -expertinnen, wie die Volksmusik verschiedener Ethnien Nepals.

Die Tablas des Pandit Hom Nath Upaghyaya

Musikalische Höhepunkte des Abends waren das Tabla Spiel von Pandit Hom Nath Upaghyaya, mit ausführlichen Erklärungen zur Geschichte und Spieltechnik dieser Instrumente, das Sitar-Spiel von Uma Roy, die mit einer Abend-Raga aufwartete, sowie der Drupad-Gesang des Vokalists Bishnu Prasad Acharya.

Die Pausen zwischen den Stücken wurden dazu genutzt, sich näher kennen zu lernen. Pandit Hom Nath Upadhyaya stellte nebenbei sein Schulprojekt vor: Eine „Gurukul“ – eine traditionelle Schule für indische Klassikmusik in Kathmandu, Nepal.

Der Kontakt zum Ensemble Prustaar wurde durch Dr. Uta Schmitz hergestellt. Das Ensemble Prustaar trat bereits am 20.09.2012 im Rahmen der Interkulturelle Woche Köln in den Räumlichkeiten des Interkultureller Dialog e.V. auf.

Eine spontane Aufführung, in der Mitglieder des ikult e.V. zusammen mit Pandit Hom Nath Upaghyaya im Dialog musizierten, beschlos diesen Horizonte öffnenden und bereichernden Abend.

Deutscher Dialogpreis 2013

(Berlin) „Deutschland verändert sich.“ Der Bund Deutscher Dialog-Institutionen – BDDI vergab unter diesem Motto am Abend des 21.11.2013 in Berlin im AXICA-Kongress Center vor 210 Gästen erstmals den Deutschen Dialogpreis in 5 Kategorien.

Der Interkultureller Dialog e.V. (ikult e.V.) – selbst Teil des Bündnisses Deutscher Dialog-Institutionen – BDDI und Kooperationspartner bei der Veranstaltung – war in entscheidenden Bereichen an der Vorbereitung  des Events mit beteiligt. Eine Übersicht über alle beteiligten Mitglieder des BDDI finden sie hier.

Für ihr herausragendes Engagement für den interkulturellen und interreligiösen Dialog wurden ausgezeichnet (Foto: von rechts nach links): In der Kategorie Kunst, Kultur & Literatur der Schriftsteller und Künstler Feridun Zaimoglu; für sein Lebenswerk, der  Shoa-Überlebende und ehemalige Sprecher der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden-Württemberg, Meinhard Tenné (Vertreten durch seinen Sohn Jan Tenné); in der Kategorie Politik Frau Dr. Cornelia Pieper, Staatsministerin  im Auswärtigen Amt; in der Kategorie Soziales Engagement der gemeinnützige Verein Interkultureller Rat Deutschland e.V. (vertreten durch seinen Gründer und 1. Vorsitzenden, Dr. Jürgen Miksch); und in der Kategorie Interreligiöser Dialog der katholische Theologe Prof. Dr. Dr. h.c. Karl-Josef Kuschel. (Videos)

Meinhard Tenné setzt sich seit fast 60 Jahren immer wieder dafür ein, dass sich Juden, Christen und Muslime im Alltag auf Augenhöhe dialogbereit begegnen.

„Da keiner von uns Menschen etwas dafür kann, wo er geboren wurde, wie  er aussieht, welcher Religion und Nationalität er hat und in welche  Gesellschaftsschicht er hineingeboren wurde, sollten wir uns  gegenseitig verstehen lernen und auch lernen, uns, so wie wir sind, zu  akzeptieren – im Bewusstsein, dass wir alle Geschöpfe des Einen sind.“  (Meinhard Tenné)

Dialogpreis

Die Möbiusschleife – Symbol für Tugenden und Bemühungen um den interkulturellen und interreligiösen Dialog

Für eben diesen Respekt gegenüber dem anderen Menschen, für dieses Engagement für den Anderen und die Andere, möchte der BDDI mit dem Deutschen Dialogpreis ein Zeichen setzen. Auch für die Mitglieder des ikult e.V. sind die PreisträgerInnen in Ihrem Engagement und in Ihrer Haltung persönliche Vorbilder geworden.

Der Deutsche Dialogpreis wurde vom Bund Deutscher Dialog-Institutionen – BDDI ins Leben gerufen, um Menschen und Institutionen zu ehren, deren Schaffen nach Ansicht des BDDI und der Mitglieder der in ihm organisierten Vereine im interkulturellen und/oder interreligiösen  Dialog eine inspirierende und motivierende Wirkung entfaltet.

Der BDDI ist ein Arbeitsbündnis (Image-Film)Es besteht mittlerweile aus 15 Vereinen, die sich zur Hizmet-Bewegung zugehörig fühlen. Die Hizmet-Bewegung gründet sich auf den Hizmet-Gedanken des türkischen  Islamgelehrten Fethullah Gülen. „Hizmet“ ist Türkisch und bedeutet „Dienst“. Im Zentrum dieses Gedankens steht der Dienst an der Gesellschaft, vor allem durch die Pflege des Dialogs zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Geschichte und Religion auf einer gemeinsamen Basis universeller Werte, unter Beachtung der Menschenrechte, sowie unter Beachtung von Demokratie, Gleichstellung der Geschlechter,  Achtung vor dem Rechtsstaat und dem Gesetz in Deutschland, sowie Toleranz und Akzeptanz des/der Anderen.

„Lust auf Tee?“ – Erstes Tee-Treffen

Lust auf Tee? Das erste inter- und transkulturelle Tee-Treffen des Projekts „Lust auf Tee?“ des „Interkultureller Dialog e.V.“ (ikult e.V.) fand diesen Samstag (05.10.2013) um 18 Uhr in den Vereinsräumen in der Niehler Straße statt.

»Wenn man zum Tee eingeladen wird, heißt das: Du bist herzlich willkommen. Du bist gerne gesehen. Fühl‘ dich wohl hier. Meine Tür ist für Dich offen.«, so Dogan Erol (1. Vorsitzender, ikult e.V.) bei der Begrüßung.

Der Gastgeber – diesmal der Verein ikult e.V. selbst – demonstrierte zwei Varianten ‚türkischer‘ Teezubereitungen und faszinierte die Gäste mit Erklärungen und Geschichten rund um den Genuss von Tee in der Türkei.

Erol demonstrierte u.a. die Zubereitungsvarianten mit dem Semaver (tr. Samowar), mit der Çaydanlık (tr. Doppelkanne) und erklärte auch die Unterschiede zwischen yaprak cayi (tr. Blatt-Tee) und tomurcuk cayi (tr. Tee aus Blattknospen).

Der zubereitete Tee wurde gleich an alle Gäste serviert, die sich so schnell und angenehm vom Erfolg der Demonstration überzeugen konnten. Dazu wurden Revani (ein im östlichen Mittelmeerraum verbreiteter Grieskuchen), Helva (sog. ‚Türkischer Honig‘) und Gebäck gereicht.

Zubereitungsgefäße unterschiedlichen Materials (z.B. Kupfer, Edelstahl) konnten entdeckt werden und verschiedene technische Zubereitungsvarianten (z.B. Holzkohle) wurden ebenfalls erläutert.

Mit den Tee-Treffen möchte der ikult e.V. kulturell neugierigen, offenen und am Dialog interessierten Menschen die Möglichkeit geben, über Kulturgrenzen hinweg Erfahrungen zu machen und möglicherweise sogar Freundschaften zu schließen.

Dabei wird aber nicht beim türkischen Tee haltgemacht, denn das Glas Tee und die mit ihm servierte Einladung zum gemeinsamen Dialog ist nicht nur typisch für das Leben in der Türkei.

Teekulturen findet man ebenso in Deutschland, in Russland, in England, in Japan, in China, in Brasilien, …. Tee ist etwas, mit dem sich Menschen kulturübergreifend UND kulturunabhängig Identifizieren können. Darum ist Tee so geeignet, miteinander Dialog zu pflegen.

Darum macht sich das Projekt „Lust auf Tee?“ in den folgenden Tee-Treffen auf die Suche, nach unterschiedlichen Tee-Traditionen, Tee-Zubereitungen und nach Geschichten und Geschichtchen rund um den Tee.

Wenn auch Sie als Gastgeber oder Gast mitmachen wollen, schreiben Sie einfach eine E-Mail mit dem Betreff „Gast“ oder „Gastgeber“ an lustauftee@ikult.com.

Colonia-Anatolia-Festival 2013

Töpferei

Töpferei

(Köln, 24.–26.05.2013) Den Kölnern wurde einiges geboten: traditionell-anatolische Marionettenspielerkunst (Kukla) mit Workshops, in denen die Interessierten ihre eigene Puppe herstellen konnten.

Anatolische Töpferkunst an der Drehscheibe, und die Möglichkeit, ein eigenes Tongefäß herzustellen. Anatolische Glasbläserkunst mit entsprechenden Workshops.

Tezib

Konzentration ist gefragt: Die Künstlerin Burcu Akyol demonstriert Tezib-Miniaturmalerei

Tezib-Miniaturmalerei, Ebru (das Kunsthandwerk, auf Wasser zu malen), sowie Hat-Kunst (arab. Kalligrafie) wurden von namhaften Künstlern live vorgeführt. Mitunter wurde es ermöglicht, die Techniken einmal selbst vor Ort unter den Augen under Künstler auszuprobieren und selbst eigene Bilder zu erstellen.

Zudem konnte handwerklich gefertigter Schmuck erworben werden, Kinder konnten sich schminken lassen und Interessierte konnten jede Menge Informationen über die Türkei aus erster Hand erfahren.

Ein beeindruckendes Bühnenprogramm bot den Zuschauern in z.T. viertelstündlichem Rhythmus erstklassige Musik und authentisches anatolisches Kulturgut.

Bürgermeister & Alt-Oberbürgermeister

Bürgermeister Manfred Wolf & Alt-Oberbürgermeister Dr. h. c. Fritz Schramma als Marionetten

Kleine und große Kinder kamen auf ihre Kosten, als der anatolische Handpuppenmeister Vural Arısoy zusammen mit seinem Bruder auch die Bürgermeister der großen Rheinstadt Köln tanzen ließ. Die Puppen von Alt-Oberbürgermeister Schramma und Bürgermeister Manfred Wolf wurden in Handarbeit von den Kukla-Meistern eigens für diesen Anlass angefertigt.

 

Auch beim musikalischen Kunsthandwerk bestach das Colonia-Anatolia Festival 2013 durch viel Abwechslung.

Turkish Chamber Orchestra

Turkish Chamber Orchestra mit Betin Güneş

Betin Güneş und sein Turkish Chamber Orchestra (TCO) gaben sich und den Zuschauern die Ehre. Phönix THO führte türkische Volkstänze vor. Ferhat Topatan zeigte den Sema der tanzenden Mevlevi-Derwische aus Konya. Ümit Selim beeindruckte mit Özden-Musik. Necdet spielte Oud und unterhielt die Gäste des Festivals mit seinem Gesang. Fatih Dönmez und Muhammer Kuzey begeisterten das Publikum mit Piano, Saz und Gesang.

Für erstklassige Unterhaltung auf Kölsch und Hochdeutsch sorgten 5 zo Fooss, Andrea Herzig und die kölner Jugendband Crocodiles. 5 zo Fooss blieben ihrem Versprechen wieder einmal treu und lieferten „100% rheinische Mundart mit Hätz“ und zeigten, dass „det laevve schön is“.

Schlagersängerin Andrea Herzig

Schlagersängerin Andrea Herzig

Andrea Herzig aus Niederbayern zog das Publikum schnell mit ihrer lockeren, herzigen Art und ihrer großartigen Stimme in ihren Bann. Mit deutschen Schlagern, englischen Balladen und Stimmungsmusik vertrieb sie den Regen des Wochenendes schnell.

Die fünf Crocodiles spielten „Kölle he bin ich“ und fassten zusammen:
„Kölle im hätz, Kölle im Bloot, Kölle he bin ich, Kölle is joot.

Hat-Kunst

Der Hat-Künstler M. Kahraman und Alt-Oberbürgermeister Dr. h.c. Schramma

Der kölner Hat-Künstler Murad Kahraman zeigte seine Kunst und an seinem Stand konnte man auch dem Entstehen aufwendiger Tezib-Bilder beiwohnen.

Das kölner Colonia-Anatolia Festival (CAF) wurde von den Mitgliedern des Interkultureller Dialog e.V. (ikult e.V.) organisiert und umgesetzt. Das CAF soll dem kulturellen Austausch zwischen der türkischen bzw. deutsch-türkischen Community, der Stadt und der deutsch-deutschen Mehrheitsbevölkerung ein Forum bieten.

 

Andrang vor der Bühne

Andrang vor der Bühne

 

Am Samstag betonten sowohl der Schirmherr der Veranstaltung, Bürgermeister Manfred Wolf, als auch der für sein hohes interkulturelles Engagement über die Grenzen Kölns hinaus bekannte Dr. h.c. Fritz Schramma, Oberbürgermeister a. D. Kölns, in ihren Eröffnungsreden die Notwendigkeit zum interkulturellen Engagement für ein friedliches Zusammenleben zwischen allen Kölnern. Wolf sagte:

„Die Unterstützung eines bunten Kölns kann nicht oft genug in die Öffentlichkeit getragen werden. […] Diese Förderung des interkulturellen Zusammenlebens ist ein wichtiger Beitrag für die Stadt Köln.“Manfred Wolf

Das Colonia-Anatolia Festival sei ein Schritt für den Abbau von Vorurteilen und zum Austausch über eine gemeinsame Zukunft. Wolf endete mit „Gemeinsam sind wir stark gegen jede Art von Gewalt.“

Schramma verstand das Colonia-Anatolia Festival als Brückenbauer. Das Festival

„[…] schlägt Brücken die man gehen kann und die man gehen sollte. Brücken, die aus der Kultur kommen. […] Ich wünsche mir, dass Sie diese Brücke immer wieder mit uns gemeinsam gehen.[…].“Fritz Schramma

(Das können übrigens auch Sie, liebe Leserin und lieber Leser, indem Sie beispielsweise Ihren Nachbarn auf einen Tee oder eine Kaffee zu sich nach Hause einladen.)

Doğan Erol, der erste Vorsitzende des ikult e.V., betonte in seiner Rede:

„Das Ziel des ikult e.V. ist die Förderung des interkulturellen und interreligiösen Verständnisses füreinander. Wir wollen Homepage Vorurteile zwischen anderen Kulturen und zwischen Religionen abbauen und den Dialog zwischen den Menschen pflegen. Wir wollen, dass sich die Menschen einander begegnen.“Doğan Erol

In besonderem Maße hat dazu das Frauenforum des ikult e.V. beigetragen. Die Mitglieder haben sowohl die Produktion aller Köstlichkeiten – von Süßem bis Herzhaften, von Lahmacun bis Reibekuchen, als auch den Verkauf dieser vollständig allein gestemmt.

 

Essstände

Gemeinsamkeit wärmt, trotz Regen.

 

Der kölner „Interkultureller Dialog e.V.“ ist seit 2006 in Köln und Umgebung aktiv. Er fördert durch seine Veranstaltungen den interkulturellen und interreligiösen Austausch und über diesen das Verständnis des kulturell und religiös Anderen. Der ikult e.V. möchte so zum Abbau von Vorurteilen und zur Konfliktprävention beitragen.

 

Der Interkultureller Dialog e.V. (ikult e.V.) dankt:

  • der Stadt Köln und Bürgermeister Manfred Wolf für die Schirmherrschaft,
  • den Sponsoren Binbir Alyans und Turkish Airlines,
  • den Kooperationspartnern: „Köln, hier bin ich“ und Multiline,
  • den Unterstützern Andreas Hupke (Bezirksbürgermeister Innenstadt)
  • Dr. h.c. Fritz Schramma (Oberbürgermeister a.D.),
  • und allen Helfern und Helferinnen, Unterstützern und Unterstützerinnen, die dieses Festival möglich gemacht haben.
Das ikult e.V.-TEAM

Das ikult e.V.-Team

Reihe "Interreligiöser Dialog"

Schöpfung bewahren – ein interreligiöses Gespräch

[title size=“2″]Kontext[/title]
Das interreligiöse Gespräch Schöpfung bewahren ist eine Veranstaltung im Rahmen des Projektes „ikult unterwegs in Sachen Klimaschutz“. Im Rahmen unseres 2. Klimaprojektes wollten wir wissen: Was sagen die Bücher Koran und Bibel zum Thema Verantwortung für unsere Umwelt? Interreligiöser Dialog als Beitrag zum Umweltschutz.

[title size=“2″]Inhalt[/title]

Umweltschutz bezeichne, so die Auffssung an diesem Abend, ganz allgemein den Schutz der „Umwelt“ (,die den Menschen umgebende Welt) vor ihrer Schädigung und Zerstörung. Es wurde aber in diesem Kontext als passender empfunden, diese anthropozentrische Bezeichnung durch den Begriff „Schöpfungsverantwortung“ für die von Gott geschaffene Welt zu ersetzen.

Dass Umweltschutz notwendig ist, wird heute niemand mehr ernsthaft bestreiten. Dies, so meinten die Anwesenden, werde auch in Koran und Bibel deutlich.

Herr Aker nannte einige Suren, die vor Augen führen, dass wir aus Sicht der beiden Religionen Islam und Christentum, als Menschen und als Gläubige aufgefordert sind, schonend mit unseren Lebensgrundlagen und Mitmenschen umzugehen, gerade auch hinsichtlich des Verdienstes, um in das Paradies einzugehen.

In der Bibel steht beispielsweise:

„Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.“1. Buch Mose 2 (Genesis), Vers 15.

„Bebauen und bewahren“ heißt nicht zerstören, sondern schonend als Lebensraum erschließen, sodass auch spätere Generationen noch eine lebenswerte Umwelt vorfinden. Darin waren sich die Anwesenden einig. Dieser Auftrag beziehe sich auf die ganze Erde. Die Erschließung müsse immer in der Verantwortung vor Gott geschehen, nicht in der selbstherrlichen Tyrannei des Menschen über die übrige Schöpfung, so kamen die Anwesenden überein. Denn die Erde gehört laut der Bibel Gott (vgl. 3. Mose 25, 23); der Mensch ist lediglich ihr Verwalter (vgl. Ps. 8, 5 ff.).

In diesem Sinn wurde auch das „Untertanmachen“ der Erde und das „Herrschen“ über die Mitgeschöpfe des Menschen verstanden (vgl. 1. Mose 1, 26.28). Der Mensch sei zware zum gerechten und liebenden Herrscher über die Erde bestimmt und soll damit Abbild der Gerechtigkeit und Liebe Gottes sein. Er habe aber keinen Zerstörungs-, sondern einen Verwaltungs- und Erhaltungsauftrag.

Die Zitate aus Bibel und Koran waren für alle Anwesenden sehr inspirierend und regten zu einer intensiven Diskussion an.

[title size=“2″]Rahmendaten[/title]

Veranstaltungsort und –datum: Interkultureller Dialog e.V., Niehler Str. 308, 02.03.2013

Insgesamt waren 20 Teilnehmer und Teilnehmerinnen anwesend. Als ReferentINNen sprachen:

Luise Benedens
Studienrätin a.D. eines Katholischen Gymnasiums in Düsseldorf mit den Fächern Katholische Religion und Deutsch
Dr. Uta Schmitz
Biologin und Kulturwissenschaftlerin
Alpaslan Aker
Mitglied des islamischen Kreises um den Islamwissenschaftler Sami Alphan
Ahmet Cebe

Profifußballer Ahmet Cebe besucht ikult

Ahmet Cebe zu Gast auf ein Glas Tee im ikult e.V.

Nach einem Grußwort von Dogan Erol, Vorsitzender des ikult e.V., begann in einer lockeren Atmosphäre die Frage-Antwort-Runde mit dem Profi-Fußballer des türkischen Erstligisten Ahmet Cebe. Ahmet Cebe – geboren 1983 in Krefeld – spielt derzeit bei Akhisar Belediyespor, eine Mannschaft die in der vorigen Saison Meister in der zweiten Liga wurde und somit in die erste Liga aufgestiegen ist. In Deutschland spielte er in den Vereinen Bayer Uerdingen, Fortuna Düsseldorf und Schalke 04.

In seiner Schulzeit sagten seine Lehrer ihm „Was willst du denn mit Fußball lerne lieber fleißig und habe einen anständigen Job. Mit 8 Jahren begann er dann, in einem kleinen Fußballclub zu spielen. Gleichzeitig ging er zur Schule und absolvierte nebenbei seinen Schulabschluss. Cebe sagt, es waren sehr harte Zeiten für einen Fußballer, der in einer Oberliga spielt. „Ich stand eine Zeit lang jeden Morgen um vier Uhr auf und ging zur Arbeit, nach der Arbeit ging ich zum Training. Als ich zu Hause ankam, war ich fix und fertig“, so Ahmet Cebe.

Jedoch gelang es ihm sowohl beruflich als auch sportlich durch die ehrgeizige Disziplin seine Ausbildung als Chemielaborant bei Bayer abzuschließen und seine Fußballkarriere bei FC Schalke 04 II weiter auszuüben.

Seine Ehefrau, die übrigens eine Deutsche ist, unterstützt ihn kontinuierlich und half ihm, auf den Beinen grade zu stehen und stets realistisch zu bleiben.

Cebe meint, dass ein Profispieler es sich nicht erlauben kann, einen Nebenjob auszuüben. Dazu fehlt die Kraft. Man wird richtig ausgepowert. Jede Kleinigkeit, sei es die Nahrung oder der gesunde Schlaf, ist extrem wichtig für einen Profi-Fußballer. Er müsse vor jedem Training bzw. Spiel Nudeln zum Frühstück essen, damit er genügend Kohlenhydrate verbrennen kann und diese dann für 90 Minuten ausreichen. Cebe fügte weiterhin hinzu, dass er nur 70 bis75 Minuten 100 Prozent spielen könne, wenn er keine Nudeln zum Frühstück essen würde. Es verhindert, dass er während des Spiels Muskelkrämpfe bekommt.

Fußballer wie Messi oder Ronaldo sind „gebürtige Fußballer“. Es liegt denen in der Natur, ich musste allerdings alles erlernen, musste dafür hart kämpfen, fing auch relativ spät (mit 8 Jahren) mit Fußball an. „Nichtsdestotrotz weiß ich, wo meine Grenzen sind, ich weiß auch einzuschätzen, dass Messi bzw. Ronaldo eine ganz andere Liga sind, und ich mich nie mit denen vergleichen würde“. Weiterhin ist Cebe klar gewesen, dass es extrem schwierig sei, in der Nationalmannschaft zu spielen.

Ahmet Cebe spielte vier Jahre erfolgreich bei Fortuna Düsseldorf, 2009 ging er dann in die türkische Bundesliga zu Denizlispor. Er spielte dann bei Karabük und zuletzt bei Akhisar Belediyespor.
Seine Position ist abhängig vom Spiel, meistens Rechtsaußen oder rechter Verteidiger.

„Viel wichtiger als das Geld ist mir, dass ich mich in einer Mannschaft wohl fühlen und wiederfinden kann. Beim letzten Fußballspiel gegen Rizespor faulte ich einen Spieler im Strafraum. Der Schiedsrichter gab Rizespor einen Elfmeter zu Recht. Mir war klar, dass es mein Fehler war und dass der Schiedsrichter richtig entschieden hatte, auch wenn ich über mich selbst sehr verärgert war, sagte ich nichts und ging zur Seite. Am Abend als ich dann im Fernsehen die Sportnachrichten mir anschaute, sagten die Reporter, dass diese Art des Benehmens aus der deutschen Disziplin käme und ich ein Prototyp des fairen Fußballers sei. Das munterte mich wieder auf, ich sah dass nicht alles negativ gesehen werden muss, es war einer der bedeutsamsten Momente für mich als Profi-Fußballer.“

Zu der Frage, was er am meisten vermissen würde, antwortete Ahmet Cebe wie folgt: „Als ich in Deutschland gespielt hatte, kamen jede Woche 10 bis 20 Freunde von mir zum Spiel. Da ich aber in der Türkei nicht so viele Freunde habe, fehlt mir das so sehr. Dafür ist meine Ehefrau, meine Familie immer dabei, sie unterstützen mich.“

Ahmet Cebe wird unter seinen Freunden in der Türkei als „der Deutsche Panzer“ genannt. Bei Auswärtsspielen nimmt er den Geräuschpegel der gegnerischen Fans als sein eigenes, um sich so besser motivieren und konzentrieren zu können. Seine Stärke liegt darin, dass er sehr hart, aber fair spielen kann.

„Ich habe vier Geschwister, sogar meine Schwester spielt in einem Fußballverein. Wir sind alle Fußballer“, sagt er lachend. Seiner Meinung nach sind Hamza Hamzaoglu und Cenk Caglar die besten Trainer in der Türkei. Emrah Eren ist ein guter Bruder für mich.

Seine Eltern Fatima und Duran beten immer an Gott, bevor ihr Sohn in ein Spiel geht. Derzeit lebt Ahmet Cebe mit seiner Familie in Manisa.

Sein Manager, Kaan Toprak sagt: „Das Besondere an Ahmet ist, dass er einen sehr guten Charakter besitzt, ehrlich ist. Das war der Hauptgrund dafür, warum wir ihn dann in die Türkei geholt haben.“

Kaan Toprak und sein Bruder Tolga Toprak haben des Weiteren ein Bauunternehmen in Köln und sind Mitglieder des Vereins ikult – Interkultureller Dialog e.V.

Keine Macht für Niemand

Keine Macht für Niemand

(Köln, 24.05.2012) Am Donnerstag, dem 24.05.2012 fand eine weitere Veranstaltung unserer Projektreihe „ikult-Gespräche“ statt. Das Thema war „Keine Macht für Niemand – eine Prozesskultur der 70′er und 80′er Jahre“.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Frau Esma Sağlam. Der Referent war Herrn Dr. Jürgen Nielsen-Sikora, Privatdozent an der Universität zu Köln.

Dr. Nielsen-Sikora erläuterte den 35 Interessenten die Situation der Prozesskulturen linksorientierten Bürger in den 70′er und 80′er Jahren, deren Selbstverständnis, deren Geschichte und deren Ziele.

Anhand der beiden Lieder „Keine Macht für Niemand“ und „Die letzte Schlacht gewinnen wir“ der Band “Ton, Steine, Scherben” aus dem Jahr 1983 und dem Kurzfilm “Angst essen Seele auf” (1974) von Rainer Werner Fassbinder schilderte Dr. Nielsen-Sikora, welche Mittel im Rahmen dieser revolutionären Jahre eingesetzt wurden.

Im Anschluss des Vortrages fand eine erregte Diskussion unter den Zuhörern statt.
Der Abend endete mit einem kalten Buffet und erfrischenden Getränken.