Köln 14.07.17 – Die Auswirkungen des kontrollierten Putsches vom 15. Juli 2016

Ein Jahr nach dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 sind immer noch viele Fragen offen. Eins scheint mittlerweile allgemein anerkannt zu sein: Es handelt sich weder um einen vom türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan inszenierten, noch um einen gescheiterten Staatsstreich. Vielmehr war es ein kontrollierter Putsch, der einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg in „Erdoğans Türkei“ darstellt. Historiker wie Michael Wolffsohn ziehen den Vergleich zur Strategie der Nationalsozialisten: „Erdoğan folgt dem klassischen Muster der Machtergreifung.“

Auf zwei wichtige Fragen werden noch immer überzeugende Antworten gesucht:

  • Wer hat den Befehl für den erfolglosen Putsch erteilt?
  • Hätte Erdoğan den Putsch verhindern können?

Seit der Militäraktion, bei der mehr als 280 Menschen ums Leben kamen und mehr als 1000 Menschen verletzt wurden, ist die Gülen-Bewegung im Visier des türkischen Präsidenten. Obwohl bis heute keine stichhaltigen Beweise für deren Täterschaft vorgebracht wurden, werden Zehntausende – echte und mutmaßliche Hizmet-Engagierte sowie andere Regierungskritiker – als Terroristen verhaftet und aus dem Staatsdienst entfernt. Im Zuge des Notstands wurde das Recht auf freie Meinungsäußerung massiv eingeschränkt und Demonstrationen verboten. Hinzu kommen zahlreiche Berichte über Misshandlungen in Polizeigewahrsam.

Besonders auf die in Deutschland lebenden Türkinnen und Türken sowie Bürgerinnen und Bürger mit türkischem Migrationshintergrund haben die politischen Entwicklungen großen Einfluss. Gesellschaftliche Spaltungen in der Türkei reißen hierzulande Familien und Gemeinden emotional auseinander und belasten nicht zuletzt auch das Verhältnis zur übrigen deutschen Gesellschaft, die mehrheitlich Erdoğans politischen Kurs verurteilt. Welche Herausforderungen sich nun, ein Jahr nach dem Putsch ergeben, insbesondere für den türkischen Teil der deutschen Gesellschaft und wie mit diesen umgegangen werden kann, diskutieren der Hauptvortragende Süleyman Bağ (Chefredakteur des Deutsch-Türkischen Journals Online) sowie die Koreferenten Murat Yazgi (dialog-nrw) und Hans-Jürgen Bär (ehem. Schulleiter und Geschichtslehrer) gemeinsam mit unseren verehrten Gästen.

Auch möchten wir Sie an diesem Abend mit politischen Flüchtlingen in einer kleinen Runde zusammenbringen und Ihnen die Möglichkeit des Austausches ermöglichen.

Hiermit laden wir Sie herzlich zu der  Veranstaltung am 14. Juli um 19:00 Uhr (Einlass 18:30 Uhr) ein.

Veranstaltung: Die Auswirkungen des kontrollierten Putsches vom 15.07.2016
Datum: 14.07.2017 um 19:00 Uhr (Einlass 18:30 Uhr)
Ort: Allerweltshaus e.V., Körnerstraße 77, 50823 Köln

Wir freuen uns auf einen regen Austausch. Für die Teilnahme an dem Gesprächsabend ist  eine Anmeldung notwendig. Anmeldungen nehmen wir bis zum 12. Juli 2017 gern per Mail an info@ikult.com  entgegen.

Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Rumi Forum am Rhein e.V.  statt.

Die Einladung als PDF finden Sie unter dem folgenden Link:

KÖLN 14.07.17 – Die Auswirkungen des kontrollierten Putsches vom 15.07.2016

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P.S.: Falls Sie am 14.07. verhindert sind, können Sie an den Veranstaltungen unserer Kooperationspartner teilnehmen (bitte um Anmeldung unter info@dialog-nrw.de).

Veranstaltung: Die Auswirkungen des kontrollierten Putsches vom 15.07.2016
Datum: 13.07.2017 um 19:00 Uhr (Einlass 18:30 Uhr)
Ort: Volkshochschule Düsseldorf, Saal 2, Bertha von Suttner Pl. 1, 40227 Düsseldorf

Veranstaltung: Die Auswirkungen des kontrollierten Putsches vom 15.07.2016
Datum: 10.07.2017 um 19:00 Uhr (Einlass 18:30 Uhr)
Ort: Matthiashaus Bottrop-Ebel e.V., Hafenstr. 75, 46242 Bottrop

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